Der Mops
Schon einige Male bin ich morgens in der S-Bahn einer Frau mit ihrem kleinen Hund begegnet - einem Mops.Der (oder die?) Kleine liegt immer in einer gemütlichen Tragetasche, Frauchen schirmt Mops von den anderen Fahrgästen ab und hält ihm einen kleinen Knochen oder etwas Ähnliches hin.
An diesem knabbert Mops genüßlich schon wenn ich in die Bahn einsteige und noch ein paar Stationen länger. Ob der Knochen den Hund von der Fahrt ablenken soll oder dafür sorgt, daß er das Geschaukel der Bahn mit etwas Positivem verbindet, weiß ich nicht.
Aber er genießt es.
Es wird genagt, geknabbert und gezuzelt. Dabei stellt Mops immer seine linke Vorderpfote auf Frauchens Hand, die den Knochen hält, um besser ziehen und zerren zu können.
Bis jetzt gab es zwischendurch jedes Mal einen Fahrgast, der Mops spannender erschien als sein Knöchelchen. Mops schaut dann mit ganz großen Kulleraugen den auserwählten Fremden an und mustert ihn skeptisch, nach einer Weile erinnert er sich an sein Leckerli und wendet sich wieder diesem zu.
Allerdings ist Mops zu so früher Stunde immer noch recht müde. Dann schaut er zu Frauchen hoch, läßt sich noch einmal liebevoll das kleine Köpfchen kraulen, leckt im Anschluß all die Stellen der Tragetasche ab, die das Knöchelchen berührt hat und schläft unter einem leisen (Mops-Anatomie-bedingten) Schnarchen ein.
Der Artikel wurde am 30.04.2010 von Bea veröffentlicht.
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