Jakob auf Rügen - Unser erster Urlaub mit Hund
Eigentlich hatten wir schon für September einen kurzen Urlaub auf Rügen geplant, aber Jakob's unerwartet hohe Tierarztrechnungen fraÃen schnell die zusammengesparte Urlaubskasse auf. Da unser letzter Urlaub allerdings letztes Jahr im Mai war, wollten wir unbedingt noch in diesem ein paar ruhige Tage weitab vom schnöden Alltag verbringen. Darum ging es dann am 18. Dezember für fünf Tage ab in Richtung gröÃte Insel Deutschlands.Jakob hat schon beim Packen sehr skeptisch geschaut und als er dann mitsamt seinem Zeug ins Auto verladen wurde, fand er dies anfangs nicht sehr witzig. SchlieÃlich gehört Autofahren immer noch nicht zu Wauz' Lieblingsbeschäftigungen.
Zum Glück konnte ein leckerer Ochsenziemer die Situation retten und nachdem der aufgeknabbert war, schlief Jakob seelig ein. Erst in Bergen wurde er langsam wieder wach, aber von dort aus trennten ihn nur noch einige Minuten Fahrt vom rettenden Ziel.

In unserer Ferienwohnung angekommen - die meisten Vermieter haben mit der Mitnahme von einem Hund kein Problem, wenn man wie wir Glück hat, muà man für den Wauz noch nicht mal einen Zuschlag zahlen (lag vielleicht auch an der Saison) - hat Jakob erst einmal zwei gemütliche Schlafecken bekommen und dann ging es auch schon los zum ersten Erkundungsspaziergang.

Die fremde Umgebung war natürlich total aufregend und alles muÃte schnüffelnder Weise ausgiebig untersucht werden. Zwischenzeitlich blieb Jakob sogar einfach stehen und streckte seine Nase hoch in die kalte Winterluft, um alle Gerüche einzusaugen.

Die erste Begegnung mit der riesigen Pfütze (auch Ostsee genannt) verlief etwas anders als geplant. Natürlich wissen wir mittlerweile, daà unser Wauz kein groÃer Freund von Wasser ist, aber daà er noch etwa 15m von der Brandung entfernt die Beine in die Pfoten nimmt und wegläuft, hätten wir dann doch nicht erwartet.
Von da an ging es sicherheitshalber nur noch mit Leine und vielen Leckerlis an den Strand und von Mal zu Mal fand Jakob das Wasser weniger beängstigend, auch wenn ein Sicherheitsabstand von immerhin noch 5m ein Muà blieb.

Erstaunt waren wir dann, als wir zusammen mit unserem Wauz auf die Seebrücke spaziert sind, denn da fand Jakob das viele Wasser unter sich anscheinend nicht so schlimm.
Für diesen 'Ausflug' hatten wir uns passender Weise den kältesten Tag des Urlaubs ausgesucht, an dem zusätzlich noch recht starker Nebel herrschte, so daà man das berühmte Binzer Kurhaus schon nach dem ersten Drittel der Brücke kaum noch erahnen konnte.

Der Nebel sorgte dann dafür, daà wir alle, nachdem wir wieder festen Boden unter den FüÃen hatten, ein paar Jahre älter aussahen, denn die Feuchtigkeit hatte sich als Reif über Kleidung, Haare und natürlich Fell gelegt. Allerdings muà ich gestehen, daà dieser zarte Grauschimmer dem kleinen Wauzel durchaus gut steht ;)

Einen eigentlich sehr freundlich wirkenden weiteren Tag hatten wir uns ausgesucht, um einmal um den Schmachter See zu stiefeln. Bemerkenswert war die Tatsache, daà hier die erste Wegstrecke - im Prinzip wie ein Park, im Vergleich zu einem normalen Gehweg zu dieser Jahreszeit nicht so häufig benutzt - ordentlich vom Schnee geräumt war. Daran könte man sich in Berlin doch auch mal ein Beispiel nehmen ...
Irgendwann hatte dieser Luxus allerdings ein Ende und wir bogen in einen normalen Waldweg ab. Dort muà aber erst kurz vorher ein Forstarbeiter mit einem Auto entlang gefahren sein und so konnten wir in den Reifenspuren bequem laufen.
Nach etwa einer halben Stunde sah der Himmel nicht mehr so freundlich aus und es begannen dicke Flocken zu fallen. Zu allem Ãberfluà war der Forstarbeiter mit unserem 'Schneepflug' auch noch in eine Richtung abgebogen, die wir nicht einschlagen wollten. So hatten wir die Wahl: Entweder durch kniehohen Schnee einen Weg entlang laufen, den man kaum noch als solchen erkennen konnte oder umdrehen und den Wald wieder hinter uns lassen, bevor der Schnee die Autofahrrinne neu gefüllt hat.
Die Entscheidung wurde uns von Jakob abgenommen, denn auch wenn er Schnee eigentlich klasse findet, war er von der Idee, eine unbestimmte Strecke bis weit über den Bauch versunken durch eine weiÃe Welt zu stapfen, nicht wirklich überzeugt.
Irgendwann hörte das Schneegestöber dann doch wieder auf, bis dahin hatte sich unser kleiner Wauz allerdings schon in einen Mini-Yeti verwandelt.

Wieder im Quartier angekommen haben wir uns alle erst einmal ordentlich aufgewärmt und Jakob ist in tiefe Träume versunken.
Im Laufe unserer kurzen Strandspaziergänge hat der kleine Wauz sogar ein paar tolle Sachen entdeckt, die das Meer so bringt - nämlich Möwen oder besser gesagt deren verlorene Federn. Die hat unser kleiner Staubsauger immer gern aufgesammelt, aber das kennen wir ja schon, schlieÃlich werden auch zu Hause ab und an mal Wellensittichfedern als kleiner Snack zwischendurch gefressen.

Alles in allem war Jakob sichtlich zufrieden, als wir irgendwann letzten Mittwoch wieder hier nach Hause kamen, aber gefallen hat ihm sein erster Urlaub mit uns bestimmt trotzdem und so kommt er beim nächsten Mal auch wieder mit, wenn es heiÃt 'Ab nach Rügen'.
Der Artikel wurde am 27.12.2010 von Bea veröffentlicht.
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