Der beste Freund des Menschen
Seit ich denken kann mag ich jegliche Art von Tieren, die sich durch den Besitz von maximal vier Beinen auszeichnen.Schon von klein auf gab es bei uns in der Familie z.B. Wellensittiche, später folgten Katzen und Mongolische Rennmäuse. Doch eines hatte ich nie, obwohl ich es mir schon immer gewünscht hatte: Einen Hund.
Auch wenn ich, wie vermutlich fast jeder Mensch, schon mehrere unangenehme Begegnungen mit verschiedenen Vertretern der Art Canis lupus familiaris hatte, hat das der Begeisterung keinen Abbruch getan. Doch irgendwie sprach immer etwas oder jemand gegen die Anschaffung eines Hundes.
Nun denn, irgendwann stellt der Mensch in seinem Leben fest, daß es nie den perfekten Zeitpunkt für eine bestimmte Sache gibt, denn es kann immer etwas Unvorhergesehenes geschehen und einen aus der Bahn werfen.
Aber gute Zeitpunkte gibt es immerhin.
Und so verschlug mich 'das Schicksal' irgendwann in das Tierheim Verlorenwasser nach Belzig. Dort gab es einen Hund, den ich sofort adoptiert hätte: Schon ein älterer Herr, ein wenig Probleme mit dem Herzen und (passend zu mir) mit dem Knie. Dieser Kerl hatte allerdings schon Interessenten (leider wurde daraus bisher keine erfolgreiche Vermittlung), so daß uns ein anderer Wauz vorgestellt wurde. Jakob.
Auf etwa acht Jahre wurde der kleine Mischling geschätzt, der schon Probleme mit seinen Augen hat (Grauer Star) und sich im Tierheim aufgegeben zu haben schien. Fast den ganzen Tag lag er in seiner gebuddelten Erdkuhle und wartete anscheinend darauf, daß einfach nur die Zeit vergeht.
Im Gegensatz zu den anderen Hunden in seinem Auslauf kam Jakob nie an den Zaun, um Besucher auf sich aufmerksam zu machen - und wurde so von den meisten wohl schlichtweg übersehen.
Doch ich wollte gerade einen ruhigen Hund, sehr gern auch älter, einen, für den sich sonst keiner groß interessiert.
Beim Spazieren gehen zeigte sich schnell, daß in Jakob auch noch Leben steckt - hat man ihn nur in seiner Kuhle beobachtet, hätte man fast daran zweifeln können.

Beim dritten Besuch vor Ort stand dann fest, daß Jakob mit zu uns ziehen sollte. Halsband, Leine und Transportbox warteten im Auto auf ihn.
Und so durfte er dann auch mit.
Die Fahrt verlief alles andere als ruhig, denn Auto fahren behagt dem Kerlchen anscheinend nicht sonderlich - aber daran üben wir.
Nun ist er hier, seit etwa zwei Wochen bereichert der schnuckelige Mischling unser Leben und hat sich mittlerweile auch schon eingelebt.
So langsam wissen sowohl er als auch wir, wie wir miteinander umgehen müssen und welche Regeln zu befolgen sind.

Seine gemütliche Erdkuhle vermißt Jakob allerdings - immer mal wieder versucht er, sich eine solche in unseren Küchenboden zu scharren. Aber davon abgesehen scheint er glücklich damit hier zu sein, freut sich riesig über seine regelmäßigen Gassigänge (die fielen im Tierheim sparsamer aus, da die Besucher meist nicht ihn dafür wählten) und genießt die Streicheleinheiten, die er mehrmals täglich bekommt.
Wie es mit Jakob weiter geht und was der Wauz mit und bei uns so alles erlebt, darüber wird in dieser Kategorie in Zukunft weiter berichtet werden.

Der Artikel wurde am 24.08.2010 von Bea veröffentlicht.
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